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Endstation Depression?

 

Depressionen können vielerlei Formen annehmen. Hier behandle ich diese jedoch als Krankheit und nicht als Gemütsverstimmung, wie sie wohl bei allen Menschen von Zeit zu Zeit auftreten kann. Warum meine Wahl für meinen ersten Artikel gerade auf dieses Thema gefallen ist, liegt vor allem daran, da ich selbst davon betroffen bin. Leider fällt mir immer wieder auf, wie schnell man in diesem Bereich an die Grenzen des Verständnisses und der Akzeptanz in der Mitwelt stößt.

 

Auch im 21. Jahrhundert sind Depressionen oder andere psychische Erkrankungen, großteils ein Tabuthema. Ein gebrochenes Bein ist für jeden ersichtlich. Ein leidender Geist jedoch, kann von der Außenwelt, je nach Auswirkung und Schwere der Depression, kaum bis nicht erkannt werden, als das was es ist. Hinzu kommen allerlei gesellschaftliche Vorurteile, die es einen Betroffenen schwer bis unmöglich machen, offen mit seiner Krankheit umzugehen. Schnell wird man als 'faul', 'träge', 'desinteressiert' oder gar 'lebensuntauglich' abgestempelt'. Von der bösen Nachrede, derjenige würde nur von seinen Alltagspflichten fliehen, ganz zu schweigen.

 

Nach wie vor bedarf es in diesen Bereichen an sehr viel Aufklärungsarbeit. Und vor allem an sozialer und emotionaler Intelligenz. Natürlich wird es nie zur Gänze möglich sein, in die Innenwelt eines an Depression erkrankten Menschen einzutauchen. Doch mit etwas mehr Verständnis und Mitgefühl wären wir bereits einen großen Schritt weiter.

 

Dir als Betroffenen möchte ich sagen: diese Krankheit ist weder ein Grund zur Scham, noch wird sie dir die Freude am Leben für immer verwehren. Ich weiß, dass du dich auf einen schweren, kräftezehrenden Weg begibst, wenn du dich deiner Erkrankung entgegenstellst. Daher scheue dich nicht davor, dir entsprechende Hilfe zu suchen. Du musst hier keinesfalls alleine durch! Unterstützung anzunehmen ist keine Form der Schwäche, sondern erfordert sehr viel Mut. Du wirst mit der Zeit entdecken, dass auch in deiner größten Dunkelheit, sanfte und wärmende Lichtstrahlen deinen Weg berühren. Und du wirst Gründe finden, für die es sich lohnt, den Kampf gegen deine Krankheit nicht aufzugeben.

 

Der Mitwelt will ich an dieser Stelle mitgeben, dass wir weder Mitleid, noch Sonderbehandlungen von euch erwarten. Mir ist vollkommen bewusst, dass niemand wirklich etwas nachvollziehen kann, dass er selbst noch nie erlebt hat. Wir benötigen auch keine weisen Ratschläge - und seien sie auch noch so gut gemeint - wie wir unser Leben wieder in den Griff bekommen. Das was viele von uns wirklich brauchen, sind Akzeptanz und ein wertfreies Ohr.

 

Und ab und an eine stützende Hand die uns zeigt: "Du bist nicht alleine!"