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Dem Glück auf der Spur.

 

Die Suche nach Glück ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Auch wenn sich das, was wir heute unter einem glücklichen Leben verstehen, seit unseren Ursprüngen gravierend verändert hat. Schließlich kämpfen wir heute in der Regel nicht mehr ums nackte Überleben. Weder muss der moderne Mensch von wilden Tieren fliehen, noch in nicht immer erfolgreiche Jagden ziehen, um hungrige Mägen zu füllen.

 

In der westlichen Welt leben wir im Überfluss. Wir haben von allem mehr als genug. Wenn ich auf die vielen unzufriedenen Gesichter unserer Gesellschaft blicke würde ich sogar meinen, wir besitzen viel zu viel. Besitztümer sind es scheinbar nicht, welche für ein zufriedenes und erfülltes Dasein sorgen.

 

Bereits den ältesten und kleinsten Lebensformen wurde von der Natur in die Wiege gelegt, Lust zu häufen und Unlust zu vermeiden. Dieser evolutionär entstandene Mechanismus ist äußerst mächtig und durchdringt bis heute die menschliche Existenz. Somit liegt es wortwörtlich in unseren Genen, angenehme Erfahrungen und Gefühle zu anzustreben, während wir um die weniger angenehmen lieber einen großen Bogen machen.

 

Glücksauslösende Tätigkeiten oder Erlebnisse können alles Mögliche sein. Der menschlichen Vorstellungskraft sind hier keine Grenzen gesetzt. Meiner Erfahrung nach sind es jedoch nicht immer die großen Dinge des Lebens, welche uns Freude und Wohlbefinden bescheren. Wir müssen dafür nicht einmal in weite Ferne schweifen, oder unser Konto über die Maßen strapazieren. Denn die wohl kraftvollste Glücksmaschine tragen wir immer bei uns. Genau zwischen unseren Schultern. Ja, ich spreche von unserem Gehirn.

 

Wir alle kennen Tage, an denen uns nicht einmal der strahlendste Himmel erheitern kann. Dafür müssen wir zuvor keine Katastrophen erlebt haben. Es reicht vollkommen aus, unseren Denkapparat in die falsche Richtung zu lenken. Und schon betrachten wir die Welt nur noch grau in grau. Über die Macht der Gedanken wurde schon mehr als genug geschrieben. Interessantes, aber auch viel Unsinn.

 

Ich zähle mich nicht zu der Fraktion ‚ich-denke-mir-die-Welt-widde-widde-wie-sie-mir-gefällt‘. Zum einen klingt mir dies zu esoterisch. Zum anderen weiß ich, dass ich mich für mein Glück auch etwas anstrengen muss. Mir fliegt durch positiv ausgerichtetes Denken nicht plötzlich wie von Zauberhand alles zu, was ich mir ersehne. Nichtsdestotrotz hat unsere innere Einstellung einen erheblichen Einfluss darauf, wie wir uns selbst und unsere Mitwelt wahrnehmen. An einer positiven Grundhaltung erfreut sich erwiesenermaßen nicht zuletzt unsere körperliche Gesundheit.

 

Wenn man nicht zu den Glückspilzen gehört, die ihr Leben von Geburt an durch die rosarote Brille betrachten, mag es anfänglich viel Arbeit sein, unsere Glücksmaschine auf eine für uns erfreuliche Frequenz einzustellen. Lohnenswert ist es allemal. Auch dein Umfeld wird es dir danken. Denn wer umgibt sich schon gerne mit permanent griesgrämigen Individuen.

 

Aber vergessen wir bei all der Glückssuche nicht, dass Freude bereits im anfänglich Verborgenen und Unscheinbaren auf uns warten kann. Sei es die so wunderbar duftende Blume am Straßenrand, oder das lächelnde Gesicht, welches uns unverhofft an der nächsten Bushaltestelle begegnet. Wir müssen nur unsere Sinne wieder dafür schärfen. Glück ist stets wo du bist. Nirgendwo sonst.