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3, 2, 1 - Selbstoptimierung!

 

Der seit Jahren um sich schlagende Selbstoptimierungswahn betrifft längst nicht mehr nur Äußerlichkeiten àla ‚Pimp my Face & Body.‘ Heute dienen auch viele Wellnessangebote, Persönlichkeitsseminare und Selbstfindungskurse – ja, ihr habt richtig gelesen – in erster Linie dazu, sich selbst in jeglicher Hinsicht weiter hoch zu puschen. Man sollte mittlerweile nämlich nicht nur äußerst schön, sondern auch wahnsinnig klug, über die Maßen in sich ruhend und zugleich permanent energiegeladen sein.

 

In unserer Gesellschaft wurde augenscheinlich ein ungeschriebenes Gesetz verankert, welches besagt: perfektioniere deine Benutzeroberfläche, sowie alle darunter liegenden Programme. Und höre ja nie auf damit!

 

Alles muss besser, schneller, höher, glatter, erstaunlicher und größer werden. Es gleicht einem Rennen das nie endet. Es endet nicht, weil es kein endgültiges Ziel gibt das man erreichen könnte. Genug, ist noch lange nicht ausreichend.

 

Natürlich gibt es immer wieder Menschen, die nach einem Ausgang aus diesem sich ständig drehenden Hamsterrad schielen. Manche von ihnen werden auch einfach hinausgeschleudert. Das sind meistens jene, die sich in diesem verrückten Spiel vollkommen verausgabt haben. Eines steht jedenfalls fest. Gewinner gibt es keine.

 

Vielleicht kommt dir vieles davon bekannt vor. Oder du hast dich den äußeren Umständen bereits perfekt angepasst und bemerkst diesen Wahn nicht mehr. Du bist selbst ein Teil davon geworden.

 

Es kann aber auch sein, dass schon länger ein Gefühl der Unzufriedenheit in dir nagt. Und in deinem Kopf taucht immer wieder die Frage auf: Was zum Teufel, soll das Ganze eigentlich?

 

Ich kann dir darauf keine einfache Antwort geben. Denn wer oder was ist der Ursprung dieser Massenpsychose. Die Medien? Das Umfeld? Falsche Werte? Wir selbst? Ich denke es ist von allem etwas. Für mich ist die Frage nach neuen Wegen allerdings auch viel wichtiger. Die Suche danach erfordert jedoch Zeit. Und vor allem verlangt sie, dass du dich mit dir selbst auseinandersetzt.

 

Wenn du für dich keine Stunden erübrigen kannst – es ist wie immer ein Zeichen des Willens und nicht der Möglichkeit – solltest du gar nicht mehr über das bisher Gelesene nachdenken. Klappe den Laptop zu, lege dein Handy weg und widme dich wieder deiner Selbstoptimierung.

 

Ich für meinen Teil möchte wirklich glücklich und zufrieden sein. Und das erreiche ich nur, wenn ich selbst herausfinde was ich dafür benötige. Fernab von gesellschaftlichen Regeln und Normen. Weit davon entfernt was die Massen begeistert. Die Menge war schon immer ein schlechter Ratgeber, wenn es darum ging, was für den Einzelnen richtig und lebenswert ist.

 

Hole dir deine Selbstbestimmung zurück. Führe ein Leben, das dich erfüllt. Und nicht eines, welches von außen betrachtet gut aussieht. Wir alle sind so viel mehr als man im Vorbeigang erkennen kann.

 

Naja. Einige zumindest.