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Wissenschaft vs. Spiritualität

 

Wir leben in einer sich immer schneller drehenden Welt. Unsere Wissenschaft und der technische Fortschritt scheinen in den letzten Jahrzenten wahre Quantensprünge vollbracht zu haben. Ich finde diese Bereiche lebensnotwendig. Haben Sie uns doch im Laufe der Zeit nicht nur viel Wissen und Aufklärung, sondern auch allerlei Annehmlichkeiten beschert.

 

Mancher spricht in Anbetracht dieser Entwicklung gar von einer ‚Entzauberung‘ unserer Existenz. Es hat sich in Hinblick auf die menschliche Vergangenheit in der Tat gezeigt, dass erst die Befreiung von wildem Aberglauben und starren Weltbildern, zu demokratischen und freien Gesellschaften führen konnten.

 

Wenn man zudem auf Länder wie Nigeria blickt, in denen hunderte Kinder auch im 21. Jahrhundert noch Hexenverfolgungen zum Opfer fallen, erkennt man erst, wie wichtig ein Mindestmaß an Bildung auch heute noch ist. Falsche Annahmen und Glaubensansichten haben bereits viele Menschenleben verschlungen. Und sie tun es bis heute.

 

Bedeutet dies, dass Religionen und spirituelle Ideen deshalb per se schlecht für den Menschen sind? Keineswegs. Seit Anbeginn der Zeit treten Menschen in Kontakt mit geistigen und inneren Welten. Sie finden darin Trost. Schöpfen daraus Kraft. Und erhalten dadurch eine Sinnhaftigkeit, welche auch in wissenschaftlichen Kreisen nicht einfach wegrationalisiert werden kann.

 

Natürlich lässt sich vieles von dem was wir glauben, in den sterilen und nüchternen Laboren der Fachwelt, weder beweisen noch in irgendeiner Form festhalten. Dennoch war und ist der Mensch schon immer mehr gewesen, als die vielfältigsten Messinstrumente je erfassen könnten. Zudem sollte man bedenken, dass auch die Wissenschaft seit ihrer Geburt grundlegenden Irrtümern unterlegen ist. Irren ist menschlich. Wissen begrenzt.

 

Ich bin davon überzeugt, dass die moderne Forschung nie den Zauber und die Magie längst vergangener Epochen aus den Köpfen und Herzen der Menschen verbannen wird. So wurden wir von der Evolution einfach nicht angelegt. Wie vielfältig wir allesamt sind, so unterschiedlich sind auch unsere Vorstellungen. Wir sollten respektvoll miteinander umgehen und unsere Andersartigkeiten feiern, anstatt uns gegenseitig aufgrund vorhandener Gegensätze zu verurteilen.

 

Dennoch dürfen wir lebens- u. menschenfeindliche Ideologien – aus welchen Ecken sie auch immer auf uns einströmen mögen – niemals tolerieren oder akzeptieren. Denn keine Daseinsform ist einer anderen überlegen oder höhergestellt. Jeder Mensch hat das Recht auf uneingeschränkte Entfaltung, solange niemand anderes darunter leiden muss.